Tierschutzverein in ÖsterreichHunde aus Ungarn
Aufklärungsbogen

Allgemeine Informationen zu Krankheiten

Was bei Hunden aus dem Auslandstierschutz auftreten kann

Hundehilfe Bakony

Sie haben sich entschieden, einem Hund aus dem Auslandstierschutz ein neues Zuhause oder eine Pflegestelle zu bieten. Manchmal hört man dann von Freunden oder Bekannten, dass diese Tiere krank sein könnten.

Natürlich kann das vorkommen. Das Gleiche gibt es aber auch bei Hunden von unseriösen Züchtern oder bei Billigwelpen aus dem Internet.

Wir möchten Ihnen im Vorfeld eine allgemeine Information zu möglichen Krankheiten geben, die gegebenenfalls auftreten können. Grundsätzlich sind alle Hunde, die nach Österreich reisen, auf mögliche häufige Krankheiten oder andere häufige gesundheitliche Probleme tierärztlich untersucht. Eine Ausreise ist nur dann möglich, wenn der Hund vor Ort gesund erscheint und keinerlei Anzeichen einer ansteckenden Erkrankung zeigt. Über bekannte Krankheiten wie Brüche, Blindheit, Taubheit oder Ähnliches werden wir von unseren Projekten informiert und geben sie in den Beschreibungen mit an.

Unsere allgemeine Information dient zur Aufklärung im gröbsten Sinne, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Eine genaue Diagnose und Behandlung ist nur durch eine kompetente Tierärztin oder einen kompetenten Tierarzt möglich. Weitere Informationen bekommen Sie immer in der Tierarztpraxis Ihres Vertrauens.

Ihr Team von Hundehilfe Bakony Österreich e.V.

Die Mittelmeerkrankheiten

Diese Krankheiten werden durch bestimmte Mücken oder Zecken übertragen und kommen ursprünglich aus Gebieten mit warmem Klima, die sich in Europa im Mittelmeerraum, in Südengland und in östlichen Ländern wie Ungarn finden lassen. Längst sind sie nicht mehr nur dort zu finden, sondern teilweise auch bei uns. Jeder Hund, der im Urlaub von einer dieser Mücken gestochen oder von einer entsprechenden Zecke gebissen wird, kann sich anstecken.

Leishmaniose

Die Leishmaniose ist die bekannteste der Mittelmeerkrankheiten. Sie wird über die Sand- oder Schmetterlingsmücke übertragen. Die Mücke überträgt beim Saugen des Blutes die Erreger auf den Hund; eine Direktübertragung auf den Menschen oder einen anderen Hund ist in der Theorie möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Die Erreger setzen sich in das Abwehrsystem des Körpers und vermehren sich. Die Inkubationszeit beträgt zwei Monate bis mehrere Jahre. Oftmals haben sich die Hunde infiziert, erkranken aber nicht.

Bei der Leishmaniose unterscheidet man die viszerale und die kutane Form. Bei der viszeralen Form werden innere Organe wie Leber, Niere, Milz und Darm befallen, was sich durch Mattigkeit, Fieber und Durchfall bemerkbar machen kann. Bei der kutanen Form wird die Haut befallen. Hier zeigen sich schuppige, kahle Stellen um die Augen, an den Ohrspitzen oder am Nasenrücken. Auch kann es zu übermäßigem Krallenwachstum kommen, wenn das Krallenbett entzündet ist. Bei langer Erkrankung kann sich das gesamte Hautbild des Hundes verändern, bis hin zu den Pfoten. Durch eine Blutuntersuchung oder die Punktion von Knochenmark können die Erreger nachgewiesen werden.

Die Verbreitung reicht mittlerweile bis zum 48. bis 50. nördlichen Breitengrad, also Österreich, Deutschland, Frankreich, Schweiz, Italien, ehemaliges Jugoslawien, Albanien, Spanien, Portugal und Griechenland. Die Inkubationszeit beträgt einen Monat bis sieben Jahre, sodass Symptome sich erst spät bemerkbar machen können. Der Hund ist aber lebenslang infiziert.

Hier ist die Prophylaxe maßgebend; sie kann durch permethrin- und flumethrinhaltige Spot-ons oder Halsbänder erfolgen. Außerdem sollten Sandmückenbiotope gemieden werden. Hunde sollten während der Risikozeiten, meist März bis Oktober, nicht in Risikogebiete reisen, und die dämmerungsaktive Phase sollte für Gassigänge vermieden werden, also eine Stunde vor und nach Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Und selbstverständlich sollten infizierte Hunde von der Zucht ausgeschlossen werden.

Der Verlauf der Krankheit kann von schwach und chronisch bis akut und lebensbedrohlich gehen. Die Behandlung erfolgt durch die Gabe von Medikamenten über eine individuell bestimmte Zeit, und der Hund kann dann durchaus ein schönes, erfülltes Leben haben. Bei schweren Fällen ist eine Dauermedikation mit den einhergehenden Nebenwirkungen notwendig. Die Chance auf eine Spontanheilung ist gegeben, aber eher selten.

Babesiose

Die Babesiose kann von der braunen Hundezecke oder der Auwaldzecke übertragen werden. Mittlerweile wird auch die Verbreitung durch die Igelzecke vermutet. Die Erreger werden über den Speichel am Rüssel beim Biss in das betroffene Tier übertragen. Sie vermehren sich in den roten Blutkörperchen und zerstören diese. Die Inkubationszeit beträgt wenige Tage bis zu drei Wochen.

Der Verlauf kann sehr individuell sein. Es gibt auch Hunde, die mit Babesien infiziert sind, aber niemals Krankheitssymptome aufweisen. Die Symptome können akut, schleichend oder chronisch auftreten. Zu den akuten Symptomen können ein schlechtes Allgemeinbefinden, hohes Fieber, Apathie, blasse und teilweise gelbliche Schleimhäute, Schwäche, verfärbter Urin, Blutarmut, Nierenversagen oder eine vergrößerte Milz zählen. Eine Ansteckungsgefahr für den Menschen ist nicht bekannt.

Das Zeckenvorkommen hat sich leider von Süd- und Osteuropa auch auf Österreich ausgeweitet.

Auch hier ist die Prophylaxe maßgebend; sie kann durch permethrin- und flumethrinhaltige Spot-ons erfolgen. Außerdem sollten Zeckenbiotope gemieden werden. Und Hunde sollten nicht mit auf die Reise in stark betroffene Gebiete genommen werden, da reisebegleitende Hunde im fremden Gebiet deutlich stärker erkranken als Hunde vor Ort. Es wurden vermehrt Todesfälle gemeldet.

Die Behandlung kann durch eine in der Regel dreiwöchige Antibiotikabehandlung erfolgen oder durch zwei Injektionen, die im Abstand von zwei Wochen gegeben werden. Die Heilungschancen stehen sehr gut, allerdings kann es gerade bei schwer erkrankten Junghunden zu starken Komplikationen kommen. Ohne Therapie kann es nicht nur zum Tod führen, sondern der Hund ist auch lebenslang Träger der Babesiose.

Ehrlichiose und Rickettsiose

Die Ehrlichiose und die Rickettsiose können durch die braune Hundezecke übertragen werden. Hier hat das Risiko der Übertragung mittlerweile ebenfalls von Süd- und Osteuropa auf Österreich übergegriffen.

Die Erreger werden durch den Speichel beim Biss über den Rüssel übertragen. Innerhalb von 48 Stunden gelangen sie in das Blut des Hundes und breiten sich aus. Anders als bei der Babesiose setzen sich die Erreger nicht in den roten Blutkörperchen fest, sondern in den weißen, und gelangen so in Leber, Milz und Lymphknoten, um sich dort zu vermehren. Die Inkubationszeit beträgt auch hier wenige Tage bis drei Wochen.

Den Verlauf unterteilt man in drei Phasen. Es beginnt mit der akuten Phase, die zwei bis drei Wochen anhält, meistens unauffällig verläuft und häufig mit einer Mehrfachinfektion mit Babesiose oder Leishmaniose einhergeht. In dieser Zeit kann der Hund apathisch wirken und wenig bis gar nicht fressen wollen. Auch Erbrechen, Atemprobleme, Nasenbluten, Punktblutungen der Schleimhäute oder in seltenen Fällen neurologische Auffälligkeiten können auftreten.

Nach der akuten Phase beginnt die subklinische Phase. In dieser Phase merkt man dem Hund kaum Symptome an, und sie kann Monate oder gar Jahre dauern. Hat der betroffene Hund ein gutes Immunsystem und ist die Erkrankung nur leicht, kann jetzt eine Heilung eintreten oder im Umkehrschluss eine chronische Erkrankung. Die chronische Phase zeigt sich durch Abmagerung, Schwäche, Fieber, Entzündungen der Organe, Augenerkrankungen und erhöhte Blutungsneigung mit Nasenbluten oder Punktblutungen der Schleimhäute. In seltenen Fällen kann es auch zu blutigem Kot kommen, zu neurologischen Ausfällen wie Krämpfen oder Lähmungen oder zu Ödemen an den Gliedmaßen. Anhand einer Blutuntersuchung können die Erreger nachgewiesen werden, allerdings erst nach 20 Tagen.

Auch hier ist als Prophylaxe der effektive und dauerhafte Zeckenschutz notwendig. Die Behandlung erfolgt in der Regel über die Gabe eines Antibiotikums über drei bis vier Wochen, und der Hund hat Chancen auf eine Genesung. Falls das Knochenmark befallen sein sollte oder noch andere Krankheiten wie Leishmaniose diagnostiziert werden, sieht die Prognose schlecht aus.

Dirofilariose (Herzwürmer)

Die Dirofilaria immitis wird über verschiedene Stechmückenarten übertragen. Auch hier wird wie bei der Leishmaniose der Erreger beim Saugen auf den Hund übertragen. Die Übertragung vom Hund auf den Menschen ist nicht bekannt, auch die Übertragung durch eine infizierte Mücke ist eher unwahrscheinlich. Die Mikrofilarien entwickeln sich bis zu einem gewissen Stadium innerhalb der Mücke, und erst im Hund erfolgt die Entwicklung zur Larve. So ist eine Übertragung von Hund zu Hund nicht möglich, es wird der Zwischenwirt Mücke benötigt.

Die Larven im Hund wandern durch die Blutbahn und die Muskulatur ins Herz und entwickeln sich dort innerhalb von etwa drei Monaten zu Makrofilarien, den Herzwürmern. Sie sind etwa einen Millimeter dick und können über 20 Zentimeter lang werden. Vorzugsweise siedeln sie sich in der rechten Herzhälfte, der Lungenarterie und den herznahen Abschnitten der Hohlvenen an. Es können aber auch andere Organe befallen werden.

Die Weibchen bilden etwa sechs Monate nach der Infektion neue Mikrofilarien, die über das Blut in kleine Blutgefäße gelangen und so wieder von Mücken aufgenommen werden können. Die Inkubationszeit ist schwer abschätzbar, ein Nachweis kann aber erst nach sechs Monaten erfolgen. Da zeigen sich auch meistens erst die ersten Symptome. Stark betroffene Hunde zeigen einen Leistungsabfall und ermüden sehr schnell. Es entwickelt sich eine Rechtsherzinsuffizienz mit Überlastung und Vergrößerung der rechten Herzseite. Daraus kann es zu Atemnot, Husten, Herzrasen, Leberstauung, Bauchwassersucht, Gewichtsverlust, Venenstauung und Wasseranlagerungen kommen.

Mikrofilarien können durch eine mikroskopische Kapillarblutuntersuchung festgestellt werden. Makrofilarien können durch einen Antigennachweis im Serum nachgewiesen werden; hierbei handelt es sich um den ELISA-Test, der aber erst sechs Monate nach der Infektion möglich ist. Natürlich bringt auch eine Ultraschalluntersuchung bei einer Kardiologin oder eine Röntgenaufnahme Gewissheit.

Die Behandlung erfolgt nach Grad der Schwere mit verschiedenen Medikamenten zur Abtötung der Larven und Würmer bis hin zur Operation bei adultem starkem Wurmbefall im Herz. Unbehandelt führt die Krankheit zum Tod. Wichtig zum Schutz der anderen Hunde ist beim betroffenen Hund die dauerhafte Verabreichung eines Spot-ons mit den Wirkstoffen Ivermectin, Selamectin, Milbemycinoxim oder Moxidectin.

Hepatozoonose

Bei der Hepatozoonose handelt es sich um eine parasitäre Infektionserkrankung, die durch Hepatozoon-Arten hervorgerufen und unter anderem durch das Verschlucken oder Zerbeißen von Zecken übertragen wird. Die Erreger gehören zu den Kokzidien und durchlaufen den kokzidientypischen Entwicklungszyklus.

Überträger sind Zecken oder infizierte Tiere wie Hunde, Katzen und Füchse, von denen gefressen wird. Bei den Zecken handelt es sich bei Hepatozoon canis um die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus), eventuell auch um die Igelzecke (Ixodes hexagonus). Verbreitet ist Hepatozoon canis mittlerweile in ganz Europa bis zum 50. nördlichen Breitengrad, in Deutschland bis in die Lüneburger Heide, da die Fuchspopulation infiziert ist.

Die Übertragung erfolgt durch das Verschlucken oder Zerbeißen der Zecken, durch intensiven Fuchskontakt oder von der infizierten Mutter auf die Welpen.

Die Inkubationszeit beträgt zwei bis vier Wochen. Der Hund ist aber lebenslang Wirt und scheidet die Parasiten aus. Als Symptome zeigen sich akut Fieber, Durchfall, Lethargie, Anämie, Lymphknotenschwellung sowie Augen- und Nasenausfluss. Chronisch können dann auch Abmagerung, dauerhafter Durchfall, eine Verringerung der Blutplättchen, Entzündungen des Skeletts, Ataxien, Krampfanfälle und Versteifungen der Muskulatur auftreten.

Die Diagnose erfolgt durch eine Blutuntersuchung in einem kompetenten Labor. Viele Hunde zeigen keine extremen Symptome, bei anderen wird die Tierärztin Medikamente gegen die Symptome verordnen. Wichtig ist hier die Vorbeugung, indem der Hund gezielt gegen Zecken geschützt wird, bekannte Zeckengebiete möglichst gemieden werden und der Hund beim Spazierengehen weder Aas noch andere gefundene Dinge frisst, was ohnehin verhindert werden muss, etwa wegen Giftködern. Bereits infizierte Hündinnen sind von einer Zucht absolut auszuschließen, was unseres Erachtens auch selbstverständlich sein sollte.

Ohrmilben

Ohrmilben sind Parasiten, die im äußeren Gehörgang und in der Ohrmuschel leben. Meistens sind nur jüngere Hunde davon betroffen, die sich entweder bei anderen infizierten Hunden oder sogar Katzen angesteckt haben. Ganz selten kann sich ein Hund auch durch eine Kruste anstecken, die einem anderen Tier beim Kratzen herausgefallen ist.

Ohrmilben ernähren sich von Hautzellen, Blut und Gewebeflüssigkeit. Durch ihre Mundwerkzeuge beschädigen sie die Haut im Ohr. Die Symptome äußern sich durch einen starken Juckreiz; der Hund kratzt sich daher sehr häufig die Ohren und schüttelt den Kopf. Je nach Befall kann das Ohr rötlich und angeschwollen erscheinen. Durch das Kratzen beschädigt der Hund zusätzlich die Haut im Ohr, und daraus können sich nässende Ekzeme bilden. Zudem können sich Entzündungen des Gehörgangs bilden, erkennbar an einem schwarzbraunen Ohrenschmalz.

Bei sehr starken Infektionen kann der Befall sich auf die Umgebung der Ohrmuschel ausbreiten und sogar zu einem Trommelfelldurchbruch führen, was wiederum zu Störungen im Gehirn, etwa Gleichgewichtsstörungen, oder zu einer Mittelohrentzündung führen kann.

Die Behandlung erfolgt durch eine gründliche Reinigung der Ohren und ein Medikament, das Milben abtötet und den Juckreiz lindert. Bei einer starken Entzündung kommen entzündungshemmende und antibakterielle Ohrentropfen zum Einsatz. Auch andere Hunde und Katzen, die im gleichen Haushalt leben, sollten mitbehandelt werden.

Wurmbefall

Unter Wurmbefall fassen wir die verschiedenen Darmwürmer zusammen. Sie alle sind unangenehm für den Hund, aber in der Regel nicht tödlich. Symptome für einen Wurmbefall können Gewichtsverlust, Appetitverlust, Energieverlust, Durchfall und Erbrechen sein. Ratsam ist es, eine Kotprobe in die Tierarztpraxis zu bringen, die dann genau sagen kann, um welche Wurmart es sich handelt.

Die Behandlung erfolgt mit einer Entwurmungskur, zum Beispiel Banminth oder Droncit. Meistens erfolgt die Behandlung an drei aufeinanderfolgenden Tagen und muss nach 14 Tagen wiederholt werden, damit auch die neu geschlüpften Würmer abgetötet werden.

Giardien

Giardien sind tückische Dünndarmparasiten. Sie docken sich mit ihrer saugnapfähnlichen Haftscheibe an die Darmwand an und schädigen diese so. Sie ernähren sich vom Darminhalt des befallenen Tieres. Vor der Ausscheidung durch Kot verändern sie ihre Form und werden zu Zysten; so sind sie durch eine Hülle geschützt und können noch Monate später von einem Tier aufgenommen werden, etwa durch Lecken.

Besonders Welpen oder alte, schwache Hunde können leicht befallen werden. Es gibt immer wieder Tiere, die selbst keine Symptome zeigen, aber befallen sind und somit andere Tiere anstecken können. Da Giardien sich in feuchten, unhygienischen Umgebungen, in denen viele Tiere aufeinandertreffen, sehr wohl fühlen, kann es bei Tierschutzhunden immer wieder vorkommen, dass ein Hund Giardien hat.

Diese lassen sich über Kotproben, die man am besten mehrere Tage sammelt, leicht nachweisen und gut behandeln. Wichtig ist nur, dass man neben den Medikamenten auch eine strenge Hygiene walten lässt, da sich das Tier sonst wieder anstecken kann. Am sichersten ist es, Kot gleich zu entfernen, gerade auch auf dem Spaziergang, damit man nicht andere Hunde ansteckt, den After und das umliegende Fell des Hundes nach dem Spaziergang abzuwischen, Liegeplätze möglichst heiß zu waschen, mit Waschmaschine oder Dampfreiniger, und Näpfe und Spielzeug jeden Tag heiß zu spülen.

Giardien sind auf den Menschen übertragbar; wenn man die Hygiene einhält, sollte man sich aber keine Sorgen machen. Am besten wäscht man sich die Hände, nachdem man den Hund gestreichelt hat. Die Behandlung erfolgt mit dem Wirkstoff Fenbendazol oder Metronidazol und dauert unterschiedlich lang.

Zwingerhusten

Der Zwingerhusten ist nicht zu verwechseln mit einer kleinen Verkühlung, von der der Hund ein oder zwei Tage ein wenig husten muss. Beim Zwingerhusten haben die Hunde einen quälenden, bellenden Husten, der oft von einem Würgereiz begleitet wird; bei einer sehr starken Infektion kann sich daraus eine Lungenentzündung entwickeln.

Die ersten Symptome treten meistens nach 2 bis 30 Tagen auf. Der Husten kann ohne ersichtlichen Grund auftreten, sowohl während der Hund ruht, als auch unter Belastung oder Aufregung; er ist jedoch immer durch einen leichten Druck auf die Luftröhre auslösbar, weshalb beim Spaziergang Vorsicht geboten ist. Auch gelegentliches Niesen und eitriger Augenausfluss können vorkommen. Der Hund sollte geschont und tierärztlich vorgestellt werden, vor allem wenn Fieber hinzukommt.

Die Behandlung erfolgt in der Regel über die Gabe eines Antibiotikums über die Dauer von sieben Tagen; sie kann aber individuell abweichen, und auch eine längere Behandlung ist je nach Schwere der Infektion nicht auszuschließen.

Hüftdysplasie (HD)

Die Hüftdysplasie ist eine Erkrankung der Hüftknochen. Der Oberschenkelhalskopf sitzt nicht richtig in der Hüftpfanne, und so kommt es zu schmerzhaften Reibungen der Knochen, die eine Fehlbelastung und Arthrose nach sich ziehen. Die Hüftdysplasie wird vererbt; es können auch Hunde die Krankheit vererben, die keinerlei Krankheitsanzeichen zeigen. Hunde, die eine Hüftdysplasie haben, sollten sich somit nicht vermehren.

Ein erkrankter Hund zeigt Schwierigkeiten beim Aufstehen, hat weniger Energie und einen geringeren Bewegungsdrang. Er schwankt beim Gehen zwischen Lahmheit und Hüpfen und geht nicht gerne Treppen, um sich so wenig Schmerzen wie möglich auszusetzen. Die Symptome sind nicht leicht auszumachen. In sehr extremen Fällen zeigen sich die Hüftprobleme schon ab dem fünften oder sechsten Lebensmonat, in leichteren Fällen erst im Alter.

Die Tierärztin diagnostiziert die Hüftdysplasie anhand eines Röntgenbildes, in der Regel ab dem 13. Lebensmonat, durch Abtasten und anhand des Gangbildes. Die gängigsten Behandlungsmethoden sind die Femurkopfresektion, bei der ein Stück des Oberschenkelhalskopfes abgetrennt wird, damit die Reibung minimiert wird, ein künstliches Hüftgelenk oder eine Goldimplantation. Nach erfolgreicher Operation kann der Hund wieder ein nahezu normales Leben führen; man sollte nur auf einen guten Muskelaufbau achten, damit die Gelenke zusätzlich geschont werden.

Ellbogengelenkdysplasie (ED)

Die Ellbogendysplasie ist eine Zusammenfassung mehrerer genetisch bedingter Erkrankungen des Ellbogengelenkes. Eine zu starke Überbelastung in der Wachstumsphase, zu lange Spaziergänge, zu frühes Fahrradfahren, übermäßiges Treppensteigen oder eine zu lange Fütterung eines hochwertigen Welpenfutters können einem genetisch vorbelasteten Hund schaden. Wenn der Hund immer wieder eine Lahmheit zeigt oder eine Auswärtsstellung der Vorderpfoten, ist die Wahrscheinlichkeit einer Ellbogengelenkdysplasie recht hoch.

Als Ellbogengelenkdysplasie werden die Krankheiten Osteochondrosis dissecans (OCD, eine Knorpelwachstumsstörung), der fragmentierte Processus coronoideus medialis (FPC, ein gebrochener Kronenfortsatz der Elle) und der isolierte Processus anconaeus (IPA, die Wachstumsfuge der Elle wird nicht richtig geschlossen) zusammengefasst. Wie bei der Hüftdysplasie treten auch hier Gelenksarthrosen auf. Erkrankte Hunde weisen Lahmheit und einen geminderten Bewegungsdrang auf.

Diagnostiziert wird die Ellbogengelenkdysplasie tierärztlich anhand eines Röntgenbildes und des Gangbildes. In seltenen Fällen, und nur wenn keine freien Gelenkkörper vorhanden sind, kann eine Heilung durch absolute Stilllegung und Schonung des Gelenkes und eine Futterumstellung eintreten. Wenn freie Gelenkkörper vorhanden sind, ist eine Operation unumgänglich. Je eher eine Ellbogengelenkdysplasie erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf eine langfristige Heilung. Auch hier bietet sich eine Goldimplantation an.

Spondylose

Die Spondylose ist eine Entzündung der Wirbelsäule, die zu Verkalkungen führt, die den Hund bei jeder Bewegung schmerzen. Die Spondylosen können auch von einem Wirbel zu einem anderen zusammenwachsen und so die Wirbelsäule versteifen. Am häufigsten betroffen sind Brust- und Lendenwirbelsäule.

Ist die Krankheit weiter fortgeschritten, kann eine Schwächung der Hinterhand auftreten, da die Leitfähigkeit der Rückenmarksnerven beeinträchtigt ist. Reflexe der Hinterhand werden gemindert. Durch die Fehlbelastung kann eine eventuell aufkeimende Ellbogen- oder Hüftdysplasie beschleunigt werden.

Erkannt werden kann die Spondylose daran, dass der Hund ab und zu hinkt, Schmerzen beim Aufstehen oder Hinlegen hat, nicht springen kann, gerne liegt, aber lange nach der richtigen Position sucht, einen gewölbten Rücken hat, Schwierigkeiten beim Einsteigen in ein Auto oder beim Treppenlaufen zeigt, bei manchen Bewegungen oder beim Spielen aufschreit, Muskulatur an den Gesäßmuskeln verliert, die Hinterpfote nachzieht oder falsch auf ihr steht.

Die Diagnose erfolgt durch ein Röntgenbild und Abtasten der Wirbelsäule. Die Behandlung erfolgt mit schmerz- und entzündungsstillenden Mitteln, einer Goldimplantation oder homöopathischen Mitteln, die tierärztlich verordnet werden. Auch ein gesundes Maß an Bewegung ist wichtig. Man sollte bei Spaziergängen versuchen zu verhindern, dass andere Hunde aufreiten, damit der Hund keinen unnötigen Schmerzen ausgesetzt wird.

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